Preisverleihungen25 Jahre OFFENER-KUNST-PREIS

Vor rund 35 Jahren wurde 1976 das Forschungs-Institut Bildender Künste (FIBK) als gemeinnützig tätige Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet und war ein Jahrzehnt lang bis 2011 als Fachbereich mit der Mitteldeutschen JEAN-GEBSER-AKADEMIE e.V. (JGA) (gegr. 1992 in Bitburg) verbunden. Schwerpunkte der JGA ergeben sich aus den speziellen Belangen der freiberuflichen Existenz als Kunstschaffende und berufliche Fort- sowie Weiterbildungen.

Die Wiedervereinigung beider deutschen Staaten bewog die Gesellschafter des FIBK vor der Jahrtausendwende 2000 nördlich von Leipzig in Bad Schmiedeberg, nahe der Lutherstadt Wittenberg, Besitz am Schlossareal des Wasserschlosses Reinharz zu erwerben, weil auch die JGA von Bitburg aus ihren Sitz nach Leipzig verlegen wollte. In einem Jahrzehnt wurde aus alten Schlossnebengebäuden der KUNSTHOF SCHLOSS REINHARZ (KHSR) mit neuen Inhalten geschaffen. Eine kleine Anmerkung dazu: neben den saisonbezogenen Ausstellungen, Workshops, der Sommerakademie und der Fachbibliothek über bildende Kunst und Künstler sind die Redaktionen des Internet-KUNST-magazins chilli-con-arte.de, des Künstlerlexikons lex-art sowie das Dokumentationszentrum für lex-art-webkat.de permanent auf dem KHSR. 

Erstmalig schrieb das FIBK den Offenen Kunstpreis OKP 1986 anlässlich seines 10-jährigen Bestehens aus. Dieser fand unter internationaler Künstlerbeteiligung in Nürnberg statt. Der 2. OKP wurde 1988 veranstaltet. Danach organisierte das FIBK den 5. Grand Prix d’Art, dessen Träger das EUKKO - Europa Künstler Kollegium aus der Schweiz ist. Der 3. OKP wurde zusammen mit der “Goldenen Palette” 1992 in Bitburg durchgeführt, nachdem die Einheit der beiden deutschen Staaten fest gefügte Formen angenommen hatte. Veranstaltungsort des 5. OKP 1995 war die Historische Ausstellungshalle der Kuranlage von Bad Nauheim.

Ab dem 6. Offenen Kunstpreis betrat das FIBK einen zukunftsweisenden Weg, erstmals wurde der Preis virtuell vom 1. Januar bis 10. April 1998 als Internet-Kunstwettbewerb im weltweiten Internet ausgetragen. Damit gebührt dem Institut eine Vorreiterrolle in der Geschichte des Internets. Die am OKP teilnehmenden Kunstwerke konnten 100 Tage und Nächte lang weltweit auf den web-Seiten im Internet besucht werden - jeder Besucher konnte online sein Urteil für die Vergabe des Publikums-Preises abgeben.

Die nachfolgenden Offenen Kunst-Preise richtete das FIBK aus und verlängerte die Besuchszeit über ein Jahr hinaus. Mit Beginn des 9. OKP 2003 wurde vom Institut die Logistik von der 1992 gegründeten Jean-Gebser-Akademie e.V. für die Dauer des Aufbaus des KHSR ausgeführt. Die Akademie verlagerte ihren Sitz 2005 nach Leipzig und Bad Schmiedeberg, denn in Sachsen und Sachsen-Anhalt bestanden optimale Möglichkeiten zu expandieren und mit weiteren Organisationen zusammen zu arbeiten. Der 10. OKP dauerte erstmals 14 Monate bis zum 31.12.2005 und wurde in Leipzig ausgerichtet. Für den 11. OKP, der 2006/2007 im Internet statt fand, wurde die Preisvergabe auf Schloss Altranstädt bei Leipzig vorgenommen und der 12. OKP endete am 31.12.2009. Die Preisvergabe war zugleich die Premiere für den KHSR im Juni 2010 mit Künstlern aus Europa und Besuchern der Region. Im folgenden Jahr haben die Mitglieder der JGA im Wechsel dazu in der List-Haus-Galerie am 20.5.2011 in Leipzig die Preisverleihung des 13. OKP letztmalig für das FIBK ausgerichtet. Die Feiern zum 25-jährigen Bestehen des Offenen Kunst-Preises werden erst 2013, etwas verspätet im KHSR zeitgleich mit der Preisvergabe das aktuellen Wettbewerbs stattfinden.

Entsprechend der Intention des Offenen Kunstpreises waren und sind auch heute Künstler und Künstlerinnen aller Nationalitäten teilnahmeberechtigt, sie können sowohl haupt- als auch nebenberuflich künstlerisch tätig sein. Es gab und gibt (innerhalb gesetzlich geregelter Maßstäbe) keine Beschränkung hinsichtlich der Themenabhandlung, so dass das Gesamtspektrum von altmeisterlicher Auffassung bis zur gegenstandslosen Malerei oder bildhauerischer Darstellung sowie Objektkunst reicht.

Im “Handbuch der Kulturpreise 1986-94”, erstellt im Auftrag der Kulturabteilung des Bundesinnenministeriums, ist der OKP als internationaler Kunstpreis verzeichnet. Ziel seiner Veranstalter ist die Schaffung eines lebhaften Austausches der verschiedensten zeitgenössischen Entwicklungen und Leistungen in der bildenden Kunst.